Aktuelles

Quad Core vs. Hexa Core - Warum ein Sportwagen nicht immer schneller ist als ein Kleinwagen

In der Logistik oder im Handelssektor sind optimierte innerbetriebliche Mechanismen ein wesentlicher Bestandteil eines qualitativ hochwertigen Produktionsprozesses. Die Frage nach dem Lagerort beispielsweise kann durch eine lückenlose Materialverfolgung beantwortet werden oder durch die Identifikation von Warenteilen an wichtigen Stationen im Produktions- und Verwaltungsprozess. Da die erste Variante die Überwachung aller Transportmittel der Fertigungsanlage erfordert, ist sie entsprechend aufwendig. Folglich greifen viele Händler und Logistiker auf mobile Datenerfassung zurück, bei der Scanner durch das Lesen von 1D- und 2D-Codes oder RFID Tags erkennen, an welchem Lagerort sich wie viel Ware zu welchem Zeitpunkt befindet. Die heute erhältlichen Datenerfassungsgeräte sind an moderne Anforderungen angepasst und entweder mit Quad- oder Hexa-Core-Prozessoren ausgestattet. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, die bei der Entscheidung über den passenden Scanner beachtet werden müssen.


Prozessor ist nicht gleich Prozessor

Sowohl Quad-Core als auch Hexa-Core-Prozessoren sind Multi-Core-Prozessoren, das heißt Mikroprozessoren, die mehr als einen vollständigen Hauptprozessorkern in einem einzigen Chip vereinen. Multicore-Prozessoren wurden entwickelt, damit eine höhere Rechenleistung erreicht werden kann. Auch die Kosten spielen dabei eine entscheidende Rolle, da es günstiger ist, nur einen Prozessorsockel auf der Hauptplatine zu verbauen, in dem wiederum mehrere Prozessorkerne stecken. Durch die vielen Vorteile ist Multi-Core-Processing bereits seit vielen Jahren in aller Munde. Mit der Verfügbarkeit der ersten Quad-Core-Prozessoren wurde schnell deutlich, dass sich Arbeitsabläufe damit auf einfache Weise entscheidend beschleunigen lassen. Das Ziel war immer, die Prozessorleistung voll auszunutzen, aber der Leistungsgewinn hat Grenzen. Schließlich hängt dieser sehr stark von der Implementierung und dem Aufbau der verwendeten Software-Algorithmen ab. Kommen Datenbanken ins Spiel, in die verfügbare Daten eingespeist werden, müssen weitere Mechanismen betrachtet werden. Nach dem Amdahlschen Gesetz, einem Modell über die Beschleunigung von Programmen durch parallele Ausführung, wird der Geschwindigkeitszuwachs beziehungsweise der Leistungsgewinn durch den parallelisierbaren Anteil der Software begrenzt. Bei dem Modell werden der Anteil des Programmteils, der parallel verarbeitet werden kann, und die Beschleunigung durch Parallelverarbeitung in Relation zueinander betrachtet. Und genau diese Betrachtung ist notwendig, um die bestmögliche Ausnutzung einer Multi-Core-CPU (Central Processing Unit) zu erreichen. Grundsätzlich gilt, dass Hexa-Core-Prozessoren einen höheren Leistungsgewinn erzielen können als Quad-Core-Prozessoren. Eigentlich.

Ein Vergleich aus dem Alltag

Steht der Hexa-Core-Prozessor für einen Sportwagen mit 350 PS und der Quad-Core-Prozessor für einen Kleinwagen mit beispielsweise 82 PS, dürfte die Frage schnell beantwortet sein, welcher Wagen auf der Autobahn die höhere Geschwindigkeit erreicht und den Fahrer schneller ans Ziel bringt. Eigentlich. In dem Falle, dass Rush Hour herrscht, stehen beide Fahrzeuge jedoch gleich lang im Stau und kommen gleich schnell voran. Stop and Go. In dem Falle, dass der Sportwagen und der Kleinwagen auf der Fahrt eine Panne haben und auf dem Standstreifen eine Pause einlegen müssen, um auf Hilfe zu warten, haben beide Wagen die gleiche Wartezeit. Da bei Sportwagen aber oftmals Spezialteile eingebaut sind, kann es sein, dass nur eine Spezialwerkstatt den Schaden beheben kann, während der Kleinwagen möglicherweise noch am selben Tag wieder weiterfahren kann. In diesem Falle ist der Kleinwagen sogar schneller als der Sportwagen. Was dieser Vergleich zeigt: Es sind immer die zusätzlichen Bedingungen, die bei der Gesamtbetrachtung die entscheidende Rolle spielen. Besonders die Verfügbarkeit der Prozessoren ist im direkten Vergleich ein wichtiger Faktor.


In die Zukunft denken

Da immer mehr Unternehmen mit Datenerfassungsgeräten arbeiten, die die Vorzüge eines modernen Smartphones mit mobiler Datenerfassung vereinen, muss auch der Produktlebenszyklus des Gerätes berücksichtigt werden. Heutzutage werden die Lebenszyklen von Smartphones kürzer, da die Ausrichtung in der Telekommunikation eine andere ist als im Bereich Retail und Logistik. Bei der Planung und Entwicklung neuer Handheld Terminals und Scanner wird oftmals definiert, dass das Produkt zwar hochmodern, aber auch beständig sein muss. Folglich muss auch der Prozessor, mit dem es arbeitet, für lange Zeit verfügbar sein. Beim Hexa-Core-Prozessor stößt man in dieser Hinsicht bereits an Grenzen. Es ist gut möglich, dass ein Gerät Anfang 2017 auf den Markt gebracht wird, Ende 2017 aber der Hexa-Core-Prozessor, der in ihm verbaut ist, nicht mehr erhältlich ist. Selbstverständlich können Updates vorgenommen werden, doch dadurch werden Zeit und Ressourcen beansprucht, was in wirtschaftlichen Betrieben vermieden werden soll, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Zu den gängigen Quad-Core-Prozessoren, die in modernen Geräten zur mobilen Datenerfassung eingebaut sind, liegen derzeit keine Aussagen vor, dass sie in nächster Zeit nicht mehr verfügbar sein sollten.

 

Am Ende zählt immer der Mensch

Bei der Anschaffung neuer Datenerfassungsgeräte muss die Nutzer-Geräte-Relation im Vordergrund stehen. Auch die Anwendungen, für die ein Handheld Terminal oder Scanner genutzt werden soll, sind entscheidend. Die Rechenleistung ist bei einem Quad-Core-Prozessor sehr hoch und auch die Kompatibilität mit weiteren Systemen und Geräten ist weitestgehend gewährleistet, wenngleich sie stets individuell geprüft werden muss. Werden nur die reinen Messwerte verglichen, liefert der Hexa-Core-Prozessor zwar schnellere Ergebnisse, doch der Produktlebenszyklus ist deutlich kürzer und auch die Verfügbarkeit ist nicht garantiert. Fakt ist, dass beide Prozessoren zuverlässig sind. Doch was bringt eine fortschrittliche Hexa-Core-CPU, wenn andere Komponenten nicht angepasst sind? Daher sollte bei der Entscheidung über ein Datenerfassungsgerät mit Quad-Core- oder Hexa-Core-Prozessor immer abgewogen werden, ob zum Beispiel eine Tabellenkalkulation erstellt werden soll oder eine besonders hohe Auflösung bei Spielen und Grafiken wichtiger ist. Die Antwort scheint auf der Hand zu liegen – und doch ist die Schnittstelle im System am Ende nie der Prozessor, sondern immer der Mensch. Und der entscheidet, ob er mit dem Sport- oder Kleinwagen ans Ziel kommen möchte. Heutzutage müssen alle Datenerfassungsgeräte immer mehr können. Doch ein Gerät ist immer so gut, wie der Mensch, der es bedient. Und der ist am Ende die Instanz im Geflecht aus Leistungsgewinn, Schnelligkeit und Verarbeitung, die am wichtigsten ist und auf die es ankommt.

Dieser Beitrag wurde verfasst von Dirk Gelbrich, unserem Teamleader Technical Services Auto ID und ist auch im ident-Magazin (Ausgabe 4 / 2017) erschienen.

Kontakt

Möchten Sie direkt mit einem Vertriebspartner in Ihrer Nähe sprechen?

Sie möchten mit uns in Kontakt treten, wissen aber nicht genau, wer der richtige Ansprechpartner für Ihr Anliegen ist? Füllen Sie bitte das folgende Formular mit Ihrem Anliegen aus und wir werden Ihnen gerne antworten.

DENSO WAVE EUROPE GmbH
Parsevalstraße 9 A
D-40468 Düsseldorf

info@denso-wave.eu
+49 (0)211 - 540138-40

Speichern Sie die Adresse einfach in Ihrem Smartphone ab.